Die Hoch-Zeit des Erntens

… hat ihren Höhepunkt erreicht. Ganz früh im Sommer begann das Konservieren der mit Sonnenenergie aufgetankten Früchte recht gemütlich: Die ersten Kirschen, dann die zahlreichen Beeren. Die Aprikosen habe ich leider verpasst. Schade, denn Aprikosen-Confi mit Thymian und/oder Vanille zählt zu meinen ganz grossen Favoritinnen auf dem sonntäglichen Butterzopf.

Dafür hatte ich vor ein paar Wochen das  Glück von M. aus ihrem eigenen Garten, von ihrem eigenen Feigenbaum, eine grosse Schüssel wunderschön saftiger Feigen als Geschenk überreicht zu bekommen.

Für mich ist dies eines der tollsten Geschenke: Gemüse, Früchte, Beeren, Kräuter oder gar eigene Teemischungen, selbst angesät, über Monate gehegt und gepflegt und schliesslich eigenhändig geerntet, überreicht zu bekommen. Als Städterin träume ich immer wieder von einem eigenen Garten, könnte mich wohl an Schnecken und Unkraut gewöhnen … Und beneide im Sommer all jene, die frühmorgens noch im Pyjama die Beeren fürs Müsli direkt vom Strauch zupfen können.

Am vergangenen Sonntag habe ich einen Besuch hoch über dem Baldeggersee gemacht (… hm oder ist es doch der Hallwilersee?). Wie auch immer, ein traumhafter und besonderer Ort, an dem zwei Freundinnen einen grossen Gemüse- und Blumengarten besitzen. Nach Hause fuhr ich schwer beschenkt mit einer grossen Papiertüte, voller Äpfel, Zwetschgen, Tomaten und Koriandersamen. Auf der Fahrt im Bus zurück nach Luzern jonglierte ich gedanklich mit verschiedenen Aromen: Äpfel-Koriander, Zwetschgen und Äpfel, Verveine (von meinem Balkon) …

Die Träumereien wurden jäh von heftigem Hagel und Regenböen unterbrochen.  Nun machte ich mir Sorgen um die Standfestigkeit meiner reich gefüllten Papiertüte … Würde ich sie mit meinem winzigen grünen Schirm vor dem heftigen Regen  beschützen können?

Feigen, leise simmernd

Die Regenböen nahmen zu – meine Haltestelle kam näher und damit der Moment, auszusteigen. Die Strasse war zum Bachbett  mutiert und ich watete knöcheltief darin. Die Papiertüte fest an meinen Körper gepresst, den grünen Schirm schützend darüber, habe ich es geschafft: Die Tüte und damit das Obst und die Tomaten kamen fast ganz trocken zu Hause an! Meine Schuhe waren am Dienstagmorgen noch feucht.

Doch nun wieder zurück zu den Feigen! Denn Äpfel und Zwetschgen dürfen noch zwei Tage nachreifen und damit auch meine Ideen.

Feigen in jeder Form bilden eine ideale Beilage zu Hart- und Weichkäse, insbesondere Schaf- und Ziegenkäse. Ganz besonders mag ich die süss-saure Variante, die sich sowohl bei einem pikanten, eher salzigen, wie auch einem milden Käse gut anschmiegt.

Feigen vierteln

Süss-Saure Feigen

500 – 600 g Feigen
180 g Zucker
2 Essl. flüssiger Honig
5 dl Apfelessig
3 – 4 Nelkenköpfe
6 – 10 schwarze Pfefferkörner (je nach gewünschter Schärfe)
2 Essl. eingelegter Ingwer
1 Zitrone (unbehandelt), abgeriebene Schale
1 Essl. Zitronensaft

  • Die Feigen sorgfältig waschen, entstielen und vierteln.
  • Die Zutaten für den Sud zusammen aufkochen und zirka 2 Minuten kochen lassen. Dann die Hitze reduzieren und die Feigen dazu geben. Diese für eine Minute im Sud sanft köcheln lassen. Feigen sind empfindliche Früchte, damit sie  ihre Form behalten, darf der Sud nicht sprudeln.
  • Die Feigen zusammen mit dem Sud vorsichtig in eine Schüssel geben und  gut zugedeckt über Nacht an einem kühlen Ort darin ziehen lassen.
  • Am nächsten Tag die Feigen mit einer Schaumkelle aus dem Sud nehmen und dicht in sterilisierte, trockene Einmachgläser abfüllen.
  • Den Sud wieder aufkochen und während 15 Minuten  zu einem Sirup einkochen lassen.
  • Den Sud über die Feigen giessen, die Gläser luftdicht verschliessen.
  • Unbedingt überprüfen, ob sich in den Einmachgläsern ein Vakuum gebildet hat!
  • Vor dem ersten Genuss mindestens eine Woche an einem kühlen, dunklen Ort ziehen lassen, damit die Feigen die Aromastoffe aufnehmen können.
  • Nach Öffnen des Glases die Feigen rasch aufbrauchen.

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2 Gedanken zu “Die Hoch-Zeit des Erntens

  1. Liebe Kochfrau

    Letzthin war auch ich zu Besuch in einem Garten von Freundinnen – einem Stadtgarten – und ging ebenfalls reich bepackt nach Hause: Mangold, Bohnen, Peperoni, Rüebli, Rotkraut und einem Kürbis. Was für Geschenke!
    Wenn der Arbeitskollege heute Feigen bringt, dann versuche ich dein Menü nach zu kochen :-)

    1. Das ist ja toll, drücke die Daumen für die Feigenlieferung :-) und hoffe natürlich auf ein „Debriefing“ deines Projektes! Telefonischer Support ist gewährleistet.
      Herzliche Grüsse, die kochfrau

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