Kürbis-Suppe & mehr

In den letzten Tagen hat der kühle Herbst die warmen Altweibersommer-Tage verdrängt. In den Bergen liegt sogar bereits der erste Schnee: Am Freitag staunte ich auf meinem Heimweg von Basel nach Luzern darüber, wie tief die weisse Pracht schon liegt. Wenn der Zug Richtung Süden braust, hat man nach Zofingen eine wunderbare Panoramasicht vom Pilatus bis zur Rigi. Der Pilatus war tief verschneit – während sich die Rigi mit einer Wolkenmütze vor den kalten Zeiten zu schützen schien. Nun ist es also wirklich Zeit für Kürbis-Suppen, Pumpkin-Pie und Kürbis-Risotto.

 

Fast alle haben wir unser  „Geheim-Rezept“, unsere ganz eigene Lieblingsvariation der Kürbis-Suppe. Suppen sind etwas vom Einfachsten und gleichzeitig Nahrhaftesten, das wir uns in der kühler werdenden Jahreszeit kochen können. Ich mache in jedem Jahr eine andere Variante und teste dann solange daran herum, bis es keine Kürbisse mehr gibt.  In diesem Jahr kündigt sich eine sehr pikante Version mit Butternut-Kürbis an.

Der Butternut– oder Birnenkürbis hat einen süsslichen Geschmack und festes Fruchtfleisch. Um eine gut bindende Suppe zu erhalten braucht  es weder Karotten noch Kartoffeln als Zusatz. Daher mag ich diese Kürbis-Art auch besonders. In anderen Jahren habe ich Lauch oder Frühlingszwiebeln vom Asien-Shop als Basis in wenig Olivenöl angezogen, bevor dann der in kleine Stücke geschnittene Butternut dazu kam.

Die Butternut-Suppe 2011 à la kochfrau erhält Schärfe und Aroma durch gemahlenen Chili, weissen Pfeffer und spanisches Paprikapulver (Pimento picante): Die Farbe wird intensiver durch Kurkuma und Currypulver und eine gute Prise Muskatnuss mit vorsichtig dosiertem Kreuzkümmel verleihen der Suppe eine eigene Note. Die sämig pürierte Suppe wird zusammen mit einem grosszügigen Esslöffel Schafsmilch-Joghurt serviert.

Kürbis bietet sich sehr gut zum Kreieren eigener Rezepte an, wenn man grad keine Lust oder Zeit für Pumpkin-Pie oder Kürbis-Muffins hat.

Als Pendlerin verkürze ich mir oft die Zeit damit, in Gedanken mit Geschmacksrichtungen, Kräuter- und Gewürzkombinationen und mehr zu spielen. Dabei entspannen sich Augen und Hirnzellen von Arbeit Bildschirmarbeit und Records Management.
Das Kürbis-Spiel war gar nicht so einfach. Die erste Schwierigkeit zeigte sich schon in der enormen Vielfalt an Kürbis-Sorten. Die einen klein und rund, die anderen lang oder stark gekerbt. Andere wieder mit sehr feuchtem Fruchtfleisch oder Spaghetti-ähnlicher Faserung. Die einen eher süsslich, die anderen fast neutral im Geschmack. Es war mir schnell klar, wie bei Eile-Mit-Weile würde ich mehrere Runden spielen müssen… .

Das Ergebnis der ersten Spiel-Runden: Drei Beilagen die sich farbenfroh zu einem kurz gebratenen Stück Fleisch, Linsen oder Ofen-Kartoffeln oder ? … eignen.

Butternut-Püree

1 grosszügiger Esslöffel Butter in einer weiten Pfanne schmelzen
1 grosse Handvoll Salbeiblätter, fein gehackt, in der aufschäumenden Butter anziehen lassen
1 mittelgrosser Butternut-Kürbis schälen und in kleine Stücke schneiden und ebenfalls in der Butter anziehen lassen.
Mit zirka 1 dl Apfel-Cider ablöschen.
1 Teelöffel Chili-Flocken dazugeben, Salz und Pfeffer nach Geschmack dazu
geben.
Den Kürbis zugedeckt auf kleinem Feuer weich kochen. Eventuell zwischendurch wenig Wasser nachgiessen, damit der Kürbis nicht anbrennt. Das Püree sollte jedoch nicht zu flüssig werden.
Wenn der Kürbis weich genug ist, mit einem Schwingbesen oder einer Gabel zu einem Mus vermengen.
2 – 3 Esslöffel Crème fraiche darunterziehen.

Kürbis mit Pilzen

Einen fest kochenden Kürbis (Butternut, Hokkaido) schälen und in 1-Zentimeter grosse Stücke schneiden
1 grosse Handvoll Thymian zupfen und fein hacken
1 Zwiebel fein hacken
gemischte Pilze säubern und in mundgerechte Stücke schneiden
In einer weiten Bratpfanne die klein geschnittene Zwiebel in Olivenöl anziehen lassen und dann den Kürbis zusammen mit dem Thymian darin weich braten. Die Kürbis-Stücke zur Seite stellen.
Die Bratpfanne mit einem Küchenpapier ausreiben und erneut erhitzen. Nun die Pilze hineingeben und erst ohne Zugabe von Öl oder Wasser auf mittlerem Feuer darin braten lassen. So kann das Wasser der Pilze gut verdampfen und es bleibt eine bissfeste Konsistenz erhalten. Nach fünf Minuten wenig Olivenöl dazu giessen. Wenn die Pilze gar sind werden die Kürbis-Würfel wieder dazu gegeben, alles zusammen nochmals gut aber langsam erhitzen. Mit Salz und Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken.

Gebackener Kürbis mit Mascarpone Dolce

Einen fest kochenden Kürbis schälen, halbieren und entkernen. Zirka ein Zentimeter breite Halbmonde schneiden.
Getrockneten oder frischen Salbei fein hacken und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen. Die Halbmonde darin wenden und auf ein Backblech legen. (Kein Backpapier verwenden, damit die Halbmonde rösten können.) Bevor die Kürbis-Schnitze bei 180° C gebacken werden, empfiehlt es sich, sie für etwa 5 Minuten stehen zu lassen. Das Olivenöl wird vom Kürbisfleisch besser aufgenommen. Je nach Grösse der Kürbis-Stücke für 20 – 30 Minuten im Ofen backen. Gelegentlich überprüfen und wenn nötig wenden.
Mascarpone Dolde in schmale Streifen schneiden und auf einem Teller anrichten. Die fertig gebackenen Kürbis-Schnitze darüber verteilen. Die Wärme des Kürbis wird den Käse zum Schmelzen bringen.

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Ein Gedanke zu “Kürbis-Suppe & mehr

  1. Liebe Verena

    Noch keine 3 Std. bin ich aus dem Norden zurück im IC nach Venedig- ein Traumzug, glaubte mich in der ersten Klasse. Die Sicht auf berge und Schnee war von Nebel verhangen. Dank deiner Beschreibung kann ich sie mir vorstellen.
    Kürbisse habe ich keine gegegessen bei den Nordfriesen. Bratkartoffeln, Kabis und wie könnte es anders sein Fisch z.B. einen leckeren Steinbeisser.
    Herzlich Helen

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