Ein Goldfisch in Henriettes Schwimm-Teich

Mailänderli, Spitzbuebe, Anischräbeli, Brunsli, Zimtsterne … und Goldfischli. Die müssen in der Adventszeit unbedingt sein. Denn, Weihnachtsguetzli sollen nicht nur an den Weihnachtstagen gegessen werden …

… sondern besonders in der vorfreudige Zeit. In der wir uns mal wieder vergebens vorgenommen haben, uns und unseren Lieben mehr Zeit zu widmen. Ruhe in die Hektik des Alltages zu bringen. Dem Konsum zu entfliehen. Bei Kerzenlicht ein Glas Wein mit einem ganz besonderen Menschen zu trinken …

Meist beginne ich schon Anfang Dezember mit dem einen oder anderen Guetzli, in einer leichten Abwandlung, damit sie dann zu Weihnachten ganz frisch und neu :-) schmecken. In diesem Jahr waren es Advents-Brunsli. Brunsli mit Lebkuchengewürz und einer Prise Chili.

Und jetzt beim Schreiben, da erst merke ich, wie stimmungsvoll dieses vorfreudige Backen war. Der Teig ist eigentlich einfach, verlangt aber die volle Aufmerksamkeit der Bäckerin. Er darf weder zu feucht noch zu trocken sein, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Gewürze. Und dann, die Ruhe. Geduld ist gefragt – mindestens eine Stunde auf dem Sofa sitzen und den Advents-Brunsli-Teig an der Kühle ruhen lassen. Zwischen Backpapier gleichmässig auswallen, Hilfe in Form von Mass-Hölzern ist erlaubt. So wie im ‚echten‘ Leben, da darf man sich auch Hilfe holen.

Und nun das Ausstechen, die Wahl der richtigen Guetzliformen braucht etwas Zeit. Im einen Jahr sind es  Sterne und Herzen. In einem anderen Jahr passen vierblättrige Kleeblätter besser. Und dann, eine Nacht darüber schlafen, tief und fest. Am Morgen, zum ersten Kaffee, wird der Backofen vorgeheizt. Und während dem zweiten Espresso backen die Advents-Brunsli. Nicht länger! Sie sollen in der Mitte weich sein – geschützt von einer knusprigen Hülle.

Seither ist wieder einige Zeit vergangen, eine heftige Erkältung bremste mich aus und die Stimme schleicht sich immer noch manchmal weg. Die Guetzli-Liste wird für einmal kurz bleiben. Reduziert auf das Wesentliche – das gefällt mir gut so. Auf keinen Fall aber dürfen die Goldfische fehlen. Sogar die amerikanische Kuh würde sie vermissen :-) Seit kurzem haben sie auch einen eigenen Schwimmteich, den sie sich mit Pinguinen, Schneemännern und Sternen teilen.

Tipp der Kochfrau
Der Teig der Goldfische enthält Muskatnuss und Zimt, erdig-warme Gewürze. Im Originalrezept von Karin Messerli (Eigelb und Puderzucker, Klassische Weihnachtsguetzli) werden sie mit Hagebutten-Marmelade gefüllt. Mit hausgemachter Quitten-Confi schmecken sie ebenso gut.

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