Frühlingsanfang

Astronomisch hat der Frühling erst heute begonnen – angekündigt hat er sich aber schon seit einigen Tagen. Die Zeichen konnte  man unmöglich übersehen: Am vergangenen Samstag draussen am See bei bestimmt 20°c das Mittagessen genossen. Am Wegrand die Märzenglöckchen bewundert. Die Magnolienblüten in meinem Wohnzimmer werfen eine nach der anderen ihre Pelzmäntelchen ab und versprechen, zusammen mit den japanischen Kirschblüten, sich rechtzeitig zum 1. April von ihrer schönsten Blüten-Seite zu zeigen.

Barbara Gwerder: Nabel der Welt

Und ich stehe schon um halb 8 am Morgen in der Küche und mixe frisches Spinat-Pesto, knete Brotteig …  Und überlege, womit ich denn den heutigen Frühlingsanfang bekochen könnte. Auf dem Markt locken zwar schon die ersten Spargeln, allerdings kommen sie noch von sehr weit her … und Bärlauch gibt’s sogar bereits beim Grossverteiler zu kaufen. Also allerhöchste Zeit für mich, um ein letztes Mal für diesen eben erst geschmolzenen Winter im Backofen gerösteten Blumenkohl zu machen. Dies habe ich erst vor Kurzem entdeckt und sogleich zu meinem Lieblings-Beilagen-Varianten erklärt.

Dazu einen schönen Blumenkohl aussuchen. Den Strunk sorgfältg mit einem scharfen Messer zurück schneiden. Die „Blumendolden“ sollen aber nicht vom Stamm getrennt werden. Mit einem scharfen Messer zirka 1 cm dicke Scheiben schneiden. Dazu ist eine ruhige aber entschlossene Hand gefragt und natürlich ein scharfes Messer.

In einem Schüsselchen eine Marinade anmischen: ein Drittel Zitronensaft, zwei Drittel feines Olivenöl, Salz, weisser Pfeffer und etwas Muskatnuss. Der Muskat verleiht dem Blumenkohl eine erdige Note und mildert den Kohlgeschmack. Die Blumenkohl-Räder auf beiden Seiten damit einpinseln und auf ein grosses Backblech legen. Nun ab in den auf 180° C vorgeheizten Ofen und zirka 15 bis 20 Minuten darin garen.

Frühling – das bedeutet viel frisches Grün – rote Tulpen – helles Licht. Hmm – mein Blumenkohl ist optisch eher etwas fad. Ein Blick in meinen Kühlschrank liefert Ideen für die Farbpalette: frisches Spinat-Pesto (für Grün), roter Chicorée (genau …) und heute morgen beim Fischhändler erstanden, ein Filet vom Seeteufel (für das Licht und eine Brise Meeresluft um die Nase). Den Seeteufel mariniere ich mit Zitronenpaste, Olivenöl, Thymian, Salz & Pfeffer (ein unzertrennliches Paar). Die Blätter des roten Chicorée werden etwa in der Hälfte getrennt. Der untere Teil in schmale Streifen geschnitten und die Spitzen für die Garnitur reserviert.

In einer weiten Bratpfanne Olivenöl erhitzen und die Seeteufel-Filets darin beidseitig anbraten. Ganz zum Schluss neben dem Fisch die Chicorée-Streifen mitdämpfen. Angerichtet ist schnell. Bitte nicht vergessen, die Teller vorzuwärmen. Ein Schwung Rettich-Sprossen rundet die farbliche Komposition ab. Dazu gibt’s frisch gebackenes Maisbrot und ein Glas trockenen Weisswein. Bon appétit!

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3 Gedanken zu “Frühlingsanfang

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