Keep your head up!

Luzern ist eine Stadt mit internationalem Flair: Die Birnen reisen derzeit aus Südafrika an, die Erdbeeren aus Spanien oder Frankreich, die weissen Spargeln frisch aus Deutschland. Bei den Pfingstrosen tippe ich mal auf Italien. Auf Wunsch sprechen die Marktfrauen fliessend französisch, die chinesischen Touristen knipsen was die Kamera hergibt. Und dazwischen, da finden sich die schönsten Tulpen aus Gunzwil (LU), Erdbeer-Rhabarber aus Malters (LU) und Forellen aus dem Vierwaldstättersee. Ja auch die Region ist gut vertreten. Doch manchmal, da muss man schon ein gutes Auge dafür mitbringen … Für einen ruhigen Bummel über den Markt an der Reuss lohnt es sich früh aufzustehen!

Seit gestern ist mein Velo wieder in Schuss! Die Bremsen neu angezogen, das Vorderlicht in einer neuen Aufhängung fixiert, die alte hatte den Naturgewalten im letzten Herbst nicht stand gehalten und das Wichtigste: Ein neuer Ständer sorgt endlich wieder dafür, dass mein Velo auch mit vollem Korb aufrecht steht. Zwar ging es immer auch anderswie, am Zaun anlehnen, an der Hauswand – uuh ganz ungern gesehen – in einen Fahhrradständer quetschen … doch selbständig stehen, das ist doch viel besser – Keep your head up* – ob auf Rädern oder Füssen :-)
Der Frühling kommt sachte wieder zurück. Auf dem Fahrrad blies mir heute früh noch ein kalter Wind um die Nase, doch die Wolken lieferten sich einen abwechslungsreichen Tanz mit der Sonne am Himmel. Also Zeit für frische Kräuter und Spargeln.

Spargeln – schon wieder? Im Frühling kann es Spargeln für mich gar nicht zu oft geben, ob in grün oder wie heute in weiss. (Für alle in der Nähe von Chur: unbedingt mal jene von Gisler’s ausprobieren!) Die weissen Spargeln gut zu schälen. Dann werden sie in sprudelnd heissem Wasser je nach Dicke zwischen 15 und 20 Minuten gar gekocht. Sie sollten weich und doch bissfest sein. Das Wasser habe ich mit etwas Butter geschmeidig gemacht, Salz, ein Spritzer Zitronensaft und eine Prise Zucker sorgen für Aroma.

Für die Vinaigrette werden feine Frühlingszwiebeln (vom asiatischen Gemüse-Stand) fein geschnitten und in Olivenöl angebraten. Ich mag zu den weissen Spargeln das Röstaroma vom zart-braun geschmorten Zwiebelgrün. Mit frischem Zitronensaft und Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz vor dem Servieren werden fein gehackte Brennessel-Spitzen dazu gegeben. Das ergibt eine kräftig-würzige Note zu den Spargeln.

Die Spargeln werden auf einem rohen Randen-Carpaccio angerichtet. Dazu die Randen mit einem Gemüsehobel möglichst fein in Scheiben schneiden. Diese dann mit entschlossener Hand auf dem Teller zu einem Kreis anrichten. Das Verschieben der Rondellen würde ungewollte Spuren hinterlassen … Mit einem Spritzer feinstem Olivenöl, Salz und Pfeffer würzen. Dann die Spargeln darauf ausrichten, mit der Vinaigrette napieren und beispielsweise mit etwas Brunnenkresse und jungen Artischocken garnieren.

Dazu gibt’s frisch gebackenes Brot, einen Riesling aus dem Elsass. Bon appétit!

*PS: Vielen Dank Susanne von milas-deli für den Song, hat mich inspiriert …

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7 Gedanken zu “Keep your head up!

  1. Der Spargel zur Rande gefällt mir auch gut – sehr schön. Stell ich mir auch im Mund gut vor: das junge, frische Frühlingsgemüse und hauchdünn im Abgang (auch symbolisch) die Rande vom letzten Herbst ;-)

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