Ahoi Herbst!

Kalendarisch wie meteorologisch hat gestern der Herbst begonnen. Ahoi, und willkommen!, rufe ich ihm zu.

Meinen Sommer erinnere ich als lang. schön. intensiv. bereichernd. herausfordernd. anstrengend. heiss. still. Es gäbe viele Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel jene von George Clooney, der im Zug die Migros-Zeitung liest. Meinem runden Geburtstag, der von meinen lieben Freundinnen kulinarisch so lecker beschenkt wurde. Spontanen Grill-Abenden. Dem Weinabfüllen in Frankreich. Vernissage bei 32°C am See. Spaziergänge über nasse Felder. Begegnungen die das Herz berühren. Abschiednehmen. Neuanfänge.

Die Herbstgedichte, die ich kenne, sie alle beschreiben diese bunte Jahreszeit als Zeit des Trauern, Vergehens. Ist sie das denn wirklich? Ist sie nicht vielmehr ein Übergang, der uns daran erinnert, jeden Moment zu geniessen, ihn einzuatmen und beim Ausatmen gehen zu lassen um den nächsten Augenblick willkommen zu heissen … Die Dahlien blühen wunderschön, die Kürbisse streben ihrer vollen Grösse entgegen, die bleichen Beine werden wieder in bunten Strümpfen versteckt und abends dienen die Stricknadeln nicht nur zum Nudeln trocknen :-)

Ich habe den Herbst gestern mit einem sonntäglichen Mittagessen willkommen geheissen. Nüsslisalat mit Trauben an einer Vinaigrette mit dem letzten Feigensenf. Kürbisravioli dazu ein Glas Osoti. Kürbis-Schokoladen Cake und starker Espresso. Pläne schmieden. Merkt euch den 24. November vor!

Ravioli – Teig

180 g Weissmehl
180 g Hartweizengriess
1 Vollei
3 Eigelb
1 Essl. Olivenöl
5 g Meersalz
etwas Wasser

Weissmehl, Salz und Hartweizengriess mit einer Gabel gut vermischen. In einer starken Küchenmaschine (z.B. Kitchenaid) mit dem Padel gut vermischen. Das Wasser erst am Schluss zugeben, falls der Teig zu trocken ist. Es soll noch kein kompakter Teigballen entstehen, sonst wäre der Ravioliteig zu feucht. Der Teig ist krümelig, kann aber durch Pressen zusammen gefügt werden. Nun muss er mindestens eine bis 12 Stunden ruhen. Etwa eine Stunde vor dem Verwenden aus dem Kühlschrank nehmen, damit er Raumtemperatur annimmt.

Den Teig in kleinen Portionen durch die Teigmaschine walzen. Zu Beginn mehrfach auf der gröbsten Stufe. Den Teig durchwalzen, in die Hälfte falten, um einen Viertel drehen und wieder durch die Walze drehen. Dies solange wiederholen, bis die Teigplatte gleichmässig und zart ist. Fühlt sich der Teig noch zu feucht an, mit Hartweizengriess einstäuben. Er darf nicht kleben.

Dann die Platten Stufe für Stufe dünner walzen. Nicht am Teig ziehen! Wenn er länger wird, mit dem Handrücken unterstützen. Geduld und Aufmerksamkeit ist gefragt.

Kürbis-Füllung

500 g Butternuss – Kürbis
frischer Meerrettich
Salz, Pfeffer
Zitronensaft

Den Kürbis schälen, entkernen und auf einem vorgeölten Blech im Backofen bei zirka 180° C weich garen. Komplett auskühlen lassen. Dann mit dem Mixstab pürieren. Frischen Meerrettich unterraffeln, mit Salz und Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken.

Die Arbeitsplatte mit etwas Hartweizengriess „einstäuben“. Die Teigplatte darauf legen und die Kürbismasse mit einem Spritzbeutel in Baumnuss-grossen Häufchen und entsprechenden Abständen darauf verteilen.
Rundum die Füllung mit einem Backpinsel etwas Wasser auftragen. Dann die Teigplatte der Länge nach in die Hälfte falten. Nun kommt der schwierigste Teil: Es dürfen sich keine Luftblasen bilden. Mit Zeige- und Mittelfinger die Luft nach draussen schieben, bevor die Teigränder festgedrückt werden.

In einer grossen Pfanne Wasser sprudelnd aufkochen, salzen, dann die Hitze zurückdrehen und die frischen Ravioli langsam hineingleiten lassen. Wenn sich der Teig verschlossen hat, kann man die Hitze wieder höher drehen. 3 – 4 Minuten ziehen lassen. Zum Beispiel frische Butter erhitzen, die abgetropften Ravioli darin schwenken und mit Parmesan servieren.

Kürbis-Schokoladen Cake

… da kam ich etwas zu spät mit meiner Kamera, das nächste Mal mache ich ein grösseres Cake :-)

150 g Rohrohrzucker
250 g Kürbispüree
120 ml Sonnenblumenöl
60 ml Milch
2 grosse Eier
Vanillezucker
1/2 Teelöffel Backpulver
180 g Mehl
Zimt, Muskatnuss, Nelken (je 1/2 Teelöffel gemahlen)
1 Prise Salz
2 grosse Handvoll Schokoladenwürfel
Rohrohrzucker und Eier schaumig schlagen, Milch und Sonnenblumenöl darunterrühren. Dann dass Kürbispüree dazugeben. Die Gewürze und das Backpulver mit dem Mehl mischen. Dieses unter die Masse heben, zum Schluss die Schokoladenwürfel dazugeben.

Eine Cakeform ausbuttern und mit Backtrennpapier auskleiden. Im vorgeheizten Ofen bei 180° C zirka 50 – 60 Minuten backen.

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4 Gedanken zu “Ahoi Herbst!

  1. Wie schön, dass du wieder da bist. Habe schon gedacht, dass du aufgegeben hast. Du scheinst im Sommer neue Kräfte getankt zu haben. Es bleibt dem Zufall überlassen, welchen Blog ich aussuche und heute warst du wieder einmal dran. Werde wieder öfter vorbeischauen.
    Liebe Grüsse
    Maya

    1. herzlichen dank fürs wieder-lesen! die frischen kräfte kamen erst mit dem herbstbeginn – aber sie fühlen sich beständig an.
      herzliche grüsse vom 4-wald-stättersee an den bodensee

  2. Liebe Verena,
    schön, dass du wieder online bist. Ich hab‘ immer mal vorbeigeschaut!
    Gleich ein schöner Herbstanfang auf deinem Blog. Der Kuchen hat es mir angetan! :)

    1. Liebe Sybille,
      herzlichen Dank. Es fühlt sich gut an, wieder in meiner Blog-Heimat zu sein :-) Ich werde demnächst dein Trauben-Chutney ausprobieren. Das liest sich ja besonders lecker, und ich bin immer auf der Suche nach neuen Rezepturen für diesen meinen liebsten „Not“-Vorrat.
      Herzlich grüsst, Verena

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