Transit

Die Jahreszeiten stecken im Transit fest! Der Winter kann noch nicht so recht loslassen und der Frühling ziert sich damit, sich endlich durchzusetzen. So kann es durchaus geschehen, dass man frühmorgens durch die ersten Sonnenstrahlen los joggt und auf dem Rückweg in einem dicken Schneesturm fast vom Weg abkommt.

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Das Leben hält einem auch ohne Wetterkapriolen immer Mal wieder im Transit fest. Schon Tom Hanks musste sich in „The Terminal“ im Transit stecken. Ob es zum Schluss zu einem Happy End kam, das weiss ich gar nicht mehr. Hoffentlich. Nur dass er mit Schläue und Humor und Sturheit das beste aus dem Transit gemacht hat.

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Humor ist, wenn man trotzdem lacht, so lehrte uns Otto J. Bierbaum mal vor langer Zeit. Sich darin zu üben lohnt sich, unbedingt, auch wenn mir nicht immer nach Lachen zumute ist. Zum Beispiel wenn zum xten Mal die wortgenaugleiche Absage auf meine hoffnungsfroh ausgesandte Stellenbewerbung reinkommt (… trotz hervorragender Qualifikationen leider einer anderen Bewerberin den Vorzug …).  Anfänglich fühlte ich mich noch gebauchpinselt und schluckte die Enttäuschung tapfer runter …  Oder wenn einem auf dem Trottoir der Fussweg von einem forschen Automobilisten, aus dem Nichts auftauchend, abgeblockt wird. Oops,  gut trage ich nur Schuhgrösse 38, das war knapp. Oder wenn die Hormone verrückt spielen, weil älter werden ist kein Zuckerschlecken, davon sollte frau tunlichst lassen (vom Zuckerschlecken natürlich, nicht dem älter werden).

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Bevor es ganz schlimm kommt, erinnere ich mich glücklicherweise immer noch rechtzeitig daran, dass ich nur im Transit stecke. Der Anschlussflug ist schon gebucht, die Destination musste jedoch aufgrund von meteorologischen oder anderen Umständen (?) geändert werden. Der neue Zielort steckt irgendwo fest, eben im Transit. Ja – auch Datenübertragungen sind davon betroffen.  Genauso wie das Wetter, die Jahreszeiten, die Menschen und überhaupt!

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In the meantime, und weil ich mich nicht eindeutig zwischen „Frühlingssalat oder doch nochmal einen Wintersalat?“ entscheiden konnte, gibt’s einen Transit-Salat:

Geröstete Blumenkohlröschen auf jungem Spinat

Zutaten pro Person

zwei Handvoll junger Spinat, gut gewaschen und abgetropft
1/4 Blumenkohl, in Röschen geteilt
1/4 Tl Mango Senf
1 Blutorange
1/2 El Sonnenblumenöl
2 El Kichererbsenmehl (ersatzweise Paniermehl)
Lieblings-Currymischung
Salz und Pfeffer
Olivenöl zum Braten

bestes Sauerteigbrot vom Lieblingsbäcker

Die Blumenkohlröschen in Salzwasser zirka 3 Minuten blanchieren. Sie sollen noch knackig sein. Gut abtropfen lassen.
Das Kichererbsenmehl mit der Lieblingscurry-Mischung und etwas Salz würzen.
Die Orange filetieren und dabei den Saft in einer Schüssel auffangen. Mit diesem, dem Mangosenf und Sonnenblumenöl ein Salatdressing machen. Nach Belieben mit Salz und Pfeffer würzen.
Je eine Portion des gewaschenen Jung-Spinat auf einem Teller anrichten und das Salat-Dressing darüber träufeln. Die Orangen-Spalten darauf garnieren.

In einer Bratpfanne Olivenöl erhitzen. Die gut abgetropften Blumenkohlröschen im gewürzten Kichererbsenmehl wenden und im heissen Öl knusprig braten. In der Mitte des Salattellers zu einem Blumenkohl auftürmen. Und möglichst schnell essen. damit der Blumenkohl knusprig ist. Er mag definitiv keinen Transit!

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Alles geht vorbei … und neues beginnt zu blühen. Wenn man nur wüsste, wann es  soweit ist, dann wäre der Transit vielleicht lustiger? Ich bin mir jetzt schon sicher, dass wenn er dann endlich vorüber ist, ich ihn auch schon wieder vermissen werde. Die langen Nachmittag auf dem Sofa, während draussen die Kälte starrt, die erdig schmeckenden Wurzelgemüse, die vielen Zitrusfrüchte … :-).

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Und zum Dessert wäre jetzt ein Schokoladen-Flan von Tomatenblütemit einem Espresso genau  das richtig …

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4 Gedanken zu “Transit

  1. Liebe Kochfrau, danke für dieses tolle Rezept – habe es mir augenblicklich in meiner „Muss-ich-unbedingt-ausprobieren-Liste“ gespeichert. Außerdem ist das ein guter Umgang mit dem Transit-Zustand (nehme mal an, dass ich ungefähr in deinem Alter bin und werde beizeiten an dich denken ;-)

    1. Gelassenheit zu entwickeln wird tatsächlicher je älter je wichtiger. Und kochen ist für mich meist die beste Therapie :-) Wünsch dir noch einen schönen Sonntag!

  2. Deinen Salat werde ich mir morgen sofort zubereiten!!
    Heute war dein Post die reinste Gedankenübertragung.
    Angefangen beim Joggen und der Ankunft im Schneesturm bis zur nervigen Hitze und überhaupt….
    Gelassenheit…ja ganz viel davon!! :)

    1. Oh, da bin ich jetzt grad ein bisserl stolz, dass ich morgen auf deinem Menu-Plan stehe, bzw. mein Salat. Wünsch dir ganz ganz viel Gelassenheit!
      Herzlich, Verena

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